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Guttaviridae ( German )

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Guttaviridae Systematik Klassifikation: Viren Ordnung: nicht klassifiziert Familie: Guttaviridae Taxonomische Merkmale Genom: dsDNA zirkulär Baltimore: Gruppe 1 Symmetrie: komplex Hülle: vorhanden Wissenschaftlicher Name Guttaviridae (engl.)

Die Virusfamilie Guttaviridae mit ihrer ursprünglich einzigen Gattung Guttavirus wurden neu geschaffen, als eine neue Bakteriophagenspezies bei der Untersuchung extrachromosomalen, genetischen Materials in verschiedenen Stämmen der Archaeengattung Sulfolobus (Crenarchaeota) isoliert und charakterisiert wurde. Bei einem Stamm (Sulfolobus STH3/1, Sulfolobus neozealandicus) dieser extrem thermophilen und acidophilen Archaebakterien, der aus einem Fumarolenfeld südlich des Lake Taupo (Neuseeland) stammte, wurden Viren mit einer tropfenförmigen Gestalt (lat. gutta: Tropfen) beobachtet. Die neue Virusspezies wurde als Sulfolobus neozealandicus drop-shaped virus (SNDV) bezeichnet. Inzwischen (Stand November 2018) hat das ICTV diese Gattung aufgespaltet in zwei Gattungen Alphaguttavirus (einzige Spezies: SNDV) und Betaguttavirus (einzige Spezies Aeropyrum pernix ovoid virus 1, APOV1).[1]

Die Virionen (Viruspartikel) Guttaviridae sind behüllte, unregelmäßige, überwiegend ovoid (ei- oder tropfenförmig) geformte Kapside. Diese weißen (zumindest) beim SNDV an ihrem spitzen Ende mehrere dünne Filamente auf. Die Funktion dieser Filamente ist unbekannt. Die Symmetrie des Kapsids ist ebenfalls unklar, im Elektronenmikroskop erscheinen gestapelte, helikale Strukturen. Die Virionen sind 110 bis 185 nm lang und maximal 70 bis 95 nm breit. Ein Hauptstrukturprotein (17,5 kDa) und zwei kleinere Strukturproteine (13,5 und 13 kDa) sind im Virion nachweisbar.

Das Genom des SNDV besteht aus einer zirkulär geschlossenen, doppelsträngigen DNA (cccDNA) und ist etwa 20 kBp lang. Das Genom ist zusätzlich an sehr vielen Stellen methyliert. Aufgrund der speziellen, nicht bei dem Wirt vorkommenden N(6)-Methylierung wird angenommen, dass das SNDV über eine eigene DNA-Methyltransferase verfügt. Die virale DNA ist daher mit den meisten Restriktionsendonukleasen nicht spaltbar, lediglich das dam-Methylierung-abhängige Restriktionsenzym DpnI ist in der Lage, SNDV-DNA zu schneiden.

Quellen

  • W. Zillig et al.: Viruses, plasmids and other genetic elements of thermophilic and hyperthermophilic Archaea. FEMS Microbiol Rev. (1996) 18(2-3): S. 225–236 (Review), PMID 8639330
  • H. P. Arnold et al.: SNDV, a novel virus of the extremely thermophilic and acidophilic archaeon Sulfolobus. Virology (2000) 272(2): S. 409–416, PMID 10873785 (Volltext)
  • G. Lipps: Plasmids and viruses of the thermoacidophilic crenarchaeote Sulfolobus. Extremophiles (2006) 10(1): S. 17–28, PMID 16397749

Einzelnachweise

  1. ICTV: Master Species List 2018a v1, MSL including all taxa updates since the 2017 release. Fall 2018 (MSL #33)
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Guttaviridae: Brief Summary ( German )

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Die Virusfamilie Guttaviridae mit ihrer ursprünglich einzigen Gattung Guttavirus wurden neu geschaffen, als eine neue Bakteriophagenspezies bei der Untersuchung extrachromosomalen, genetischen Materials in verschiedenen Stämmen der Archaeengattung Sulfolobus (Crenarchaeota) isoliert und charakterisiert wurde. Bei einem Stamm (Sulfolobus STH3/1, Sulfolobus neozealandicus) dieser extrem thermophilen und acidophilen Archaebakterien, der aus einem Fumarolenfeld südlich des Lake Taupo (Neuseeland) stammte, wurden Viren mit einer tropfenförmigen Gestalt (lat. gutta: Tropfen) beobachtet. Die neue Virusspezies wurde als Sulfolobus neozealandicus drop-shaped virus (SNDV) bezeichnet. Inzwischen (Stand November 2018) hat das ICTV diese Gattung aufgespaltet in zwei Gattungen Alphaguttavirus (einzige Spezies: SNDV) und Betaguttavirus (einzige Spezies Aeropyrum pernix ovoid virus 1, APOV1).

Die Virionen (Viruspartikel) Guttaviridae sind behüllte, unregelmäßige, überwiegend ovoid (ei- oder tropfenförmig) geformte Kapside. Diese weißen (zumindest) beim SNDV an ihrem spitzen Ende mehrere dünne Filamente auf. Die Funktion dieser Filamente ist unbekannt. Die Symmetrie des Kapsids ist ebenfalls unklar, im Elektronenmikroskop erscheinen gestapelte, helikale Strukturen. Die Virionen sind 110 bis 185 nm lang und maximal 70 bis 95 nm breit. Ein Hauptstrukturprotein (17,5 kDa) und zwei kleinere Strukturproteine (13,5 und 13 kDa) sind im Virion nachweisbar.

Das Genom des SNDV besteht aus einer zirkulär geschlossenen, doppelsträngigen DNA (cccDNA) und ist etwa 20 kBp lang. Das Genom ist zusätzlich an sehr vielen Stellen methyliert. Aufgrund der speziellen, nicht bei dem Wirt vorkommenden N(6)-Methylierung wird angenommen, dass das SNDV über eine eigene DNA-Methyltransferase verfügt. Die virale DNA ist daher mit den meisten Restriktionsendonukleasen nicht spaltbar, lediglich das dam-Methylierung-abhängige Restriktionsenzym DpnI ist in der Lage, SNDV-DNA zu schneiden.

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